Special Snowflake
| Height | 60 cm |
|---|---|
| Width | 60 cm |
| Length/Depth | 3 cm |
Acryl/Ölpastell/Tusche auf Rohgewebe
Technik:
Malerei auf Leinwand.
Das Gewebe war Teil einer Performance mit dem Titel "Wäsche" (2025), bei dem das Gewebe zunächst eingefärbt und anschließend unerfolgreich wieder versucht wurde reinzuwaschen. Die Performance deutet auf die immanente Anhaftung der Scham hin. Daher sei die Rückseite sowie die doppelte Datierung (2025+2026) zu beachten.
Versand:
Die Arbeit wird aufgespannt auf einem Keilrahmen versendet – inklusive Echtheitszertifikat und Signatur auf der Rückseite.
Über das Werk:
Die Arbeit "Special Snowflake" ist Teil einer Auseinandersetzung mit Scham als sozial geprägter Emotion – einer Emotion, die häufig zensiert, verdrängt und stigmatisiert wird.
Einerseits versuchen diejenigen Menschen, welche die Scham empfinden, diese zu verbergen und abzuschütteln. Andererseits ist Scham selbst ein gesellschaftliches Tabu, das sich paradoxerweise reproduziert: Indem wir nicht über Scham sprechen, verschleiern wir zugleich die Praktiken der Beschämung, für die es sich eigentlich zu schämen gilt.
Im Zentrum steht die Körperscham als kulturell erlerntes und historisch gewachsenes Phänomen. Bereits in der Kunstgeschichte zeigt sich dies in der Figur der „Venus pudica“ (schamhafte Venus)– ein Begriff, der seit Bernoulli (1873) zur Bezeichnung von Aphrodite-Darstellungen verwendet wird, die ihren Körper schamhaft bedecken.
Die Historikerin Ute Frevert (2015) beschreibt die seit dem 19. Jahrhundert wirksame Instrumentalisierung des Körpers durch Beschämungspraktiken: In einer Zeit, die Sexualität zugleich unterdrückte und obsessiv thematisierte, wurden junge Mädchen dazu erzogen, sich für ihren Körper zu schämen, ihn zu verhüllen und vor männlichen Blicken zu verbergen.
Körperscham entsteht jedoch nicht allein durch Nacktheit, sondern auch durch das Abweichen von gesellschaftlichen Normen. Traumatisierende Erfahrungen können sich als Scham und Ohnmacht tief im Körper einschreiben. Zeitgenössische Phänomene wie Bodyshaming und Slutshaming – die Abwertung von Personen aufgrund ihres Körpers oder ihres sexuellen Verhaltens – zeigen, wie diese Mechanismen bis heute fortwirken und sich in Medien- und Popkultur kontinuierlich reproduzieren. Wie Frevert formuliert: „Sie heften sich an den Körper und bleiben an ihm haften – im direkten wie im übertragenen Sinn.“
Leoni Hannah, 2026
Leoni Hannah
Nevin Aladağ
’s class.
I work across different media, including painting, installation, video and performance. In doing so, I use my own body and stylised figurations to convey psychological and physical sensations.
My central themes are the emotions of guilt and shame as collective experiences
,
and their treatment as social taboos. Time and again, I circle back to the question of what traces shame leaves behind – in memories, relationships and one’s own self-image.
For
me, materiality is the key to uncovering the supposedly spotless reputation. Starting from the impulse to paint over older works out of shame, an
interest in transformation and superimposition
developed
. Today, I work with textiles and other materials in several stages, allowing different states to remain visible simultaneously.
The reverse sides, in particular, bear traces of past decisions.
Through my
work, I aim to convey uncomfortable themes and open up a space in which guilt, shame and ambivalence become visible as shared human experiences. The playfully cynical titles provide a counterpoint to the gravity of the themes and
create an accessible entry point.
Education2022 Degree in Fine Art
HfBK Dresden
Prof. Christian Sery, Prof. Nevin Aladağ
2022 BA in Design and Project Management
FH SWF Soest
2017 Degree in Mechanical Engineering, University of Siegen
2016
A-levels
Exhibitions
2026 Body Positivity
Hole of Fame, Dresden
2025 as if that were normal
Hole of Fame, Dresden
2025 University Art Biennial
Art Week 2025, Mallorca
2025 FEAR & ANGER
4h-art Gallery,
Hano
ver
2025 Water Isn’t Just for Washing
HfBK Dresden
2024 ROOTS, Hyle Gallery, Hamburg
2023 Heliaden – Roots & Growth
Urban-ShiDD, Dresden / NAF 2023
(solo exhibition)
2023 Nail Studio
Brühlsche Galerie, HfBK Dresden
2020 From Eva to Greta. Women on
Coins and Medals.
Bode Museum, Berlin
2018 Schrottreif Festival, Lüdenscheid
2017 Painting performance: Garden of Delights
Werdohl Awards
2021 Finalist in the 7th European Artists’ Competition
“Artists Discover
Europe”2020 7th place in the Young Artists’ Competition for
the “Three Graces” Art Medal
, Coin Cabinet, Bode Museum
,
Berlin
2020 3rd place in the Design Competition
for the logo of the Herder School, Gießen