Everybody Dance Now!
| Height | 160 cm |
|---|---|
| Width | 120 cm |
| Length/Depth | 3.5 cm |
Malerei mit Pinsel. Die Leinwand wird im ersten Prozess auf einen Holzmalkörper gespannt um im Malprozess den nötigen Gegendruck zu gewährleisten den die Arbeit mit feinen Klebekanten und Farbverlaufen erfordert. Später wird die Arbeit auf einen hochwertigen Aluminiumrahmen umgespannt um das Handling und Hängung zu vereinfachen.
Die grundsätzliche Praxis hinter dem Bild:
"Everybody Dance Now!“ ist eine Arbeit aus dem Bilderzyklus „Tuning“ den ich seit 2018 beschreite und in dem sich eine fortwährende sukzessive Entgegenständlichung vollzieht, die zunächst erstmal alles formal Bezeichnende aus dem Bildraum entfernt. Es geht um Malerei. Um Malerei, Farben und Licht um ihrer Selbstwillen. Komme ich ursprünglich aus einer sehr formal und roh, gegenständlichen auch narrativen Arbeitsweise, die ihre Botschaften geradezu pubertär herausgeschrien und dabei gleichsam viel Zufallsmoment inne hatte, so strebe ich mit der weitgehenden Reduktion in Farbe und Form zu einer absoluten ästhetischen Elementarerfahrung, die in ihrer Stringenz der klaren Formen und Farben den Zufall -zumindest scheinbar- ausschließt.
In der Farb- und Formanlage geht ist einerseits um eine technoide, präzise Anmutung. Eine Arbeit die aus einem gewissen Betrachtungsabstand fast digital in den Raum montiert wirken kann, während sie in der Nahsicht ihre handwerkliche Provenienz als Malerei mit Pinsel und Ölfarbe keinesfalls leugnet.
Der Entstehung wohnen dabei diverse Prozesshafte Iterationen und auch Zufallsmomente inne. Gibt es zu Anfang die Idee eines groben Farbsounds nutze ich gezielt auch intuitive oder spontane Farbkompositionen in dem ich in meinem Studio -das während des Arbeitsprozesses rings um das Bild herum aus einem teils doch sehr großen Chaos im Kontrast zum Werk besteht - Farben aus unzähligen Farbschachteln und Paletten kombiniere, die sich noch im vermalbaren Zustand befinden. So schaffe ich mir im Malprozess Fragen auf dem Bildträger die ich dann im weiteren mit gezielt gewählten Farbflächen und -verläufen kombiniere.
Oftmals verlangt das dann noch weitere diverse gezielte Modifikationen bis eine Arbeit meinen Vorstellungen final entspricht.
Aber warum das Ganze?
Letztendlich ist jedes Bild der aktuelle Endpunkt einer langen Entwicklung. Jedem Bild wohnt auf irgendeine Weise der Weg dahin, die 30 Jahre vorangegangene Malerei inne, genauso wie mein Selbstbewusstsein - im Sinne des sich Selbst Bewusstseins, als Künstler, als Mensch, im Kontext der künstlerischen Zeitgenoss*innen und Welt im Allgemeinen. Dabei birgt das Malen eines fein elaborierten Farbverlaufs für mich eine kontemplative Komponente die mir eine seltsame Form der Ruhe gibt, die ich über Stunden und Tage lang immer wieder ausführen kann und meinem Kopf einen temporären Ausweg heraus aus dem schnellen (digitalen) Bilder- und Geschehnisstrom gewährt, der mich täglich umfängt.
Dabei filtere ich die finalen Farbkombinationen neben der genannten Zufallskomponente „noch-nicht-eingetrocknete-Farben-in-chaotischen-Farbschachtelarrangements“, eben auch aus meinen Alltäglichen Wahrnehmungen und Themen die mich beschäftigen heraus.
Digitale Farbwahlskalen, Flip-Flop Lacke von getunten Sportwagen, Sonnenuntergänge, Schwerindustrie, Weltraum und Spiegelungen im Kaffee können dabei in die Farbkompositionen Eingang finden.
Es kann dabei durch aus von einer romantischen Herangehensweise meiner Malerei im logischen Gewandt gesprochen werden. Das indirekte Erleben und Rezipieren von Naturgewalten reduziert in Farbverläufe die an Naturphänomene erinnern, die jedoch bereits den Einfluss des Menschen inne haben. Farben die an Chemische Umwandlungsprozesse erinnern. Sonnenuntergänge die Rauch / Feuer und Toxizität in der Atmosphäre haben können, jedoch in ihrer Bildwelt zunächst auch einfach „nur schön“ sind.
Namensgebend war - wie oft in meinen Arbeiten - popkulturelle Einflüsse. Hier: „Gonna Make You Sweat (Everybody Dance Now) “ von C+C Music Factory aus 1990
36 Jahre alt mit der absolut ikonischen ersten Textzeile gepaart mit den abgehackten 6 ersten Gitarrenakkorden. Ein Sound der eine Entsprechung im Bild findet.
Aber natürlich auch immer ist die Gefahr einer falschen Fährte in der sklavischen Orientierung am Titel gegeben. Die Wahrnehmung und Denke muss und darf immer offen und fluide bleiben.
Versand:
Die Arbeit wird aufgespannt auf einem Aluminium Keilrahmen versendet – inklusive Echtheitszertifikat und Signatur auf der Rückseite
Daniel Wöllenstein
Lives and works in Cologne.
Artistic career
Education
2002–2009 Studied art at the University of Cologne under Rainer Barzen and Silke Leverkühne
Since 2007: Studio at KunstWerk Cologne
Exhibitions (selection)
2007 Blaumachen, KunstWerk Cologne
2008 ‘Bogen 2: Straight from the HART’ –
2008 Long Night of the Museums – ‘Festive Processions and Diodramas’
2008–2009 ‘Darwin – Design and Creation of a KVB Tram’ to mark Darwin Year 2009, in collaboration with students from the University of Cologne
2011 “Fette Nager – Bello and I” – Museum Night – KunstWerk Cologne
2016 nxnw Festival collaboration with Slobodan Kajkut “20 Interventions”
2016 “Raum 500” – exhibition with Olga Jakob and Heike Simmer – nxnw Festival
2017 “HORST” – KunstWerk Köln
2014–2017 Board member at KunstWerk Köln e.V.
2017 Chairperson of KunstWerk Köln e.V.
2019 Long Night of Museums “Wedding” – installation and collaboration with Heike Simmer
2021 TUNING – KunstWerk
2025 afternoonprojekts with Tom Gully, Oskar Lovis and Gilbert Flöck – KunstWerk Cologne
2026 Fragmented Realities – vonfraunberg Art Gallery, Düsseldorf
2026 Artist of the Month at SKM
Upcoming
June SKM Pop-up Exhibition, Munich
August: SKM Community Exhibition, Leipzig
Artist Statement
What’s it about? The works are taken from the ‘TUNING’ series – spanning the period from 2018 to the present day, although the pure colour segments have only come to dominate the ‘TUNING’ series since 2021. The focus is on a gradual abstraction and reduction of the pictorial content, whilst references to natural and man-made phenomena can be found in the colour and form compositions.
Within the seemingly equal segments, compositions of colour and form can create foregrounds and backgrounds that shift fluidly depending on the viewer’s focus. The play of light, which can be intensified by contrasting colour gradients to the point of ‘glow’, contributes to the sometimes sculptural impact of the works.
Digital colour selection scales, flip-flop paint finishes from tuned sports cars, sunsets, heavy industry, space and reflections in coffee can all find their way into the colour compositions.