Fröhliche Wissenschaft
| Height | 45 cm |
|---|---|
| Width | 45 cm |
| Length/Depth | 2 cm |
Acryl und Papier auf gebatikter Leinwand auf Keilrahmen
gerahmt
2020
Auf einem mit Bleiche gebatikten Leinwandstoff entfaltet sich eine sorgfältig durchdachte Komposition aus Punkten, die als sogenannte "minimale Reflexionseinheiten" konzipiert sind. Diese Reflexionseinheiten, die in Farbe, Form und Anordnung variieren, treten aus dem organischen, texturierten Hintergrund des gebleichten Stoffes hervor und erzeugen eine harmonische, aber spannungsreiche Struktur. Dabei laden sie den Betrachter dazu ein, die feinen Nuancen ihrer Platzierung und Interaktion zu erkunden.
Der gebleichte Stoff dient dem Künstler als Bühne, auf der die Reflexionseinheiten mit Präzision und Experimentierfreude inszeniert werden. Die unregelmäßigen Muster des Stoffes bilden eine faszinierende Textur, die mit den leuchtenden Punkten interagiert. Diese variieren nicht nur in ihrer Position, sondern auch in ihrer Form, was die Dynamik und Vielschichtigkeit der Komposition verstärkt. Manche Punkte scheinen sich in verspieltere Kompositionen aufzugliedern, während andere durch Farb- und Formvariation Emotionen und Stimmungen hervorrufen. Ergänzt werden sie durch eine applizierte Serviette, die ein fröhlich lächelndes Gesicht zeigt. Dieses Motiv bringt eine spielerische Note in die Komposition und bildet einen spannenden Kontrast zur konzeptionellen Strenge der Reflexionseinheiten. Der Titel des Werkes, „Fröhliche Wissenschaft“, verweist auf Friedrich Nietzsche und bringt eine philosophische Dimension ins Spiel, die das Werk über das rein Visuelle hinaus bereichert.
Eine zusätzliche Dimension erhält das Werk durch die gezielte Rahmung: Ein moderner Schattenfugenrahmen aus Buchenholz-Leisten, der mit feinen Nägeln an das Bild geheftet ist, umgibt die Arbeit. Diese Rahmung verleiht der Komposition eine klare Struktur, ohne ihre Leichtigkeit zu mindern, und lenkt den Blick des Betrachters gezielt auf die detaillierte Oberfläche des Werks.
Die Komposition besticht durch eine Farbpalette, die zwischen intensiven, vollen Tönen und subtilen Kontrasten changiert. Diese Farbgebung, zusammen mit der durchdachten Anordnung der Punkte, erzeugt eine Stimmung, die zwischen meditativer Ruhe und dynamischer Energie oszilliert. Sie fordert den Betrachter auf, sich tiefer mit den möglichen Bedeutungen und Konnotationen des Bildes auseinanderzusetzen.
Die Arbeit ist exemplarisch für die analytische Malerei, die grundlegende Elemente wie Farbe, Form und Struktur intensiv erforscht. Der Künstler nutzt die Reflexionseinheiten nicht nur als gestalterisches, sondern auch als konzeptuelles Mittel, um Fragen nach Ordnung, Zufall und Ästhetik aufzuwerfen. Die Verbindung von minimalistischen Formen, einer taktilen Bildoberfläche und einer prägnanten Rahmung macht diese Werke zu beeindruckenden Beispielen einer Malerei, die sowohl formal als auch inhaltlich tiefgründig ist. Sie laden den Betrachter ein, sich in die subtilen Details der Komposition zu vertiefen und ihre Bedeutung in einem persönlichen Dialog zu erschließen.
Konstantin Lischkoff-Knecht
Mr Knecht studied Fine Art at the Academy of Fine Arts in Munich from 2012 to 2020, under Günther Förg and Jorinde Voigt.
Knecht also took part in Anne Imhof’s project class and engaged in lively exchanges with various lecturers and students at the Academy.
Artist Statement
My artistic journey is deeply rooted in Abstract Expressionism, a style characterised by spontaneous, emotional and unbridled forms of expression. The works of pioneers such as Mark Rothko and Willem de Kooning, as well as artists like Cy Twombly and Georg Baselitz, have significantly shaped my understanding and appreciation of the raw, immediate power of colour and form.
In my paintings, I strive to explore the boundaries of visual language and to convey the emotions and thoughts that move me onto the canvas. Abstract Expressionism offers me the freedom to express myself beyond traditional forms and conventions. This style allows me to experiment with colours, textures and compositions to create a deep and often intuitive resonance.
For me, every canvas is a slaughtering block upon which I come to terms with inner conflicts, feelings and thoughts. The movement of the brush, the flow of paint and the bold gestures reflect the intensity and spontaneity that lie at the heart of my work. The factor of time plays a very intimate role in the creative process: For me, the flow of paint and the resulting emergence of the image represent the passing of the states of my inner life as they are immediately experienced. This process is ultimately concealed from the viewer – the viewer is presented only with the outcome of my process. Through this unfiltered form of artistic expression, I strive to draw viewers into a world of emotion that is as subjective and multi-layered as human experience itself.
Abstract Expressionism has provided me not only with a stylistic framework, but also with a philosophical foundation. It reminds me that art should not merely be viewed, but experienced – it should create a direct and often personal connection between the work and the viewer.
Exhibitions (selection):
2015 Polish Institute Platan / Latarka Gallery (Budapest)
2015 Salon Kennedy (Frankfurt)
2015 Kunstverein Wiesbaden (Wiesbaden)
2016 Catholic Academy Munich (Munich)
2017 Lothringer 13 (Munich)
2017 Art Homes (Munich)
2018 Kunstarkaden (Munich)
2018 Haus 10 (Fürstenfeldbruck)
2023 Kunstarkaden (Munich)
2024 Kunstpavillon (Munich)